Kraftwerke von IWB

Kraftwerk Birsfelden

Klimarelevante Infrastrukturen tragen massgeblich zu einer klimaverträglicheren Energieversorgung bei.

Die wichtigsten Infrastrukturen für die Energieproduktion im Kanton Basel-Stadt sind die Folgenden:

Fernwärmenetz mit Kehrichtverwertungsanlage und Holzkraftwerk I und II

Das Fernwärmenetz von IWB – bestehend aus Kehrichtverwertungsanlage (KVA), Holzkraftwerk (HKW) und den Heizkraftwerken Volta und Bahnhof – ermöglicht eine effiziente und zu einem grossen Anteil klimaneutrale thermische und elektrische Energienutzung im Kanton. Derzeit beliefert das Fernwärmenetz 54 Prozent der Wärmenachfrage im Kanton mit rund 60 Prozent CO2-neutraler Energie. Dabei ist die aus der Abfallverbrennung und dem HKW I gewonnene thermische Energie zu 100 Prozent CO2-neutral. Während den Spitzenlastzeiten im Winter werden die ebenfalls dem Fernwärmenetz angeschlossenen gasbetriebenen Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen Volta und Bahnhof in Betrieb genommen. Das künftige Holzkraftwerk II wird zudem wesentlich zur Steigerung des Anteils erneuerbarer Energie im Fernwärmenetz des Kantons beitragen. Das kantonale Energiegesetz schreibt vor, das Fernwärmenetz bis 2020 zu 80 Prozent CO2-frei zu betreiben.

Wärmespeicher im Heizwerk Dolder

Der Wärmespeicher im Heizwerk Dolder wird voraussichtlich im Jahr 2019 in Betrieb gehen. Mit der Anlage können die fossilen Energieträger in der Fernwärmeproduktion weiter reduziert werden. Bei tiefen Temperaturen in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst werden gasbefeuerte Kessel benötigt, um die Grundlast von KVA und HKW zu ergänzen. Nachmittags wird es oft deutlich wärmer, sodass von der KVA und dem HKW Überschusswärme zur Verfügung steht. In dieser Zeit können mit dem neuen Speicher rund 120 MWh gespeichert und am nächsten Morgen bei der Bezugsspitze ans Fernwärmenetz abgegeben werden. Somit kann der Einsatz fossiler Energieträger jährlich um ca. 5’500 MWh (entspricht rund 1’100 Tonnen CO2) reduziert werden.

Nutzung von Abwärme (Stücki)

Das Stücki Einkaufszentrum sowie der Business Park werden seit Betriebsbeginn im Jahr 2009 mit der Abwärme der Schlammverbrennung der Kläranlage ProRheno (ARA) sowie aus der Abwärme der Regionalen Sondermüllverbrennungsanlage (RSMVA) beheizt und gekühlt. Im Winter wird der Wärmebedarf direkt aus der Abwärme der ARA und RSMVA über ein Wärmenetz bereitgestellt. Im Sommer wandelt eine Absorptionskältemaschine die Wärmeenergie in Kälte um und kann so zur Kühlung des Stücki-Gebäudeparks verwendet werden.

Geothermisches Heizkraftwerk in Riehen (Tiefenaquifer)

Das Tiefenaquifer in Riehen, ein geothermisches Heizkraftwerk, besteht aus der Erschliessung des Tiefenwassers (66°C) bei Riehen und einer elektrisch betriebenen Wärmepumpe. Zusammen mit einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk, einer Holzfeuerung und einem Gas- und Ölkessel werden jährlich im Schnitt 44 GWh Wärme für den Wärmeverbund Riehen bereitgestellt. Rund 12.5 GWh Wärme werden dem 66°C warmen Tiefenwasser entzogen, 3 GWh davon direkt via Plattenwärmetauscher, die restlichen 9.5 GWh mittels Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Das Blockheizkraftwerk produziert neben Heizwärme noch gut 11 GWh Strom. Der Wärmeverbund Riehen beliefert so 3’500 Haushalte mit Wärme, wobei der erneuerbare Anteil bei 44.5 Prozent liegt.

100 Prozent erneuerbarer Strom

IWB ist für die Versorgung des Kantons Basel-Stadt mit Energie und Wasser zuständig. Für IWB und für Basel hat die Wasserkraft traditionell eine sehr grosse Bedeutung. Bereits in den 1920er-Jahren investierte die IWB-Vorgängerin Elektrizitätswerk Basel (EWB) in den Bau grosser Wasserkraftwerke in den Schweizer Alpen. Heute ist IWB an neun Schweizer Grosskraftwerken beteiligt. Die Speicher-, Pumpspeicher und Laufkraftwerke liefern den grössten Teil des Basler Strommixes. Bei IWB stammen rund 95 Prozent des Stroms aus Wasserkraftwerken. Zudem ist IWB an Solar- und Windkraftwerken beteiligt, sodass IWB seit 2015 in eigenen Anlagen jährlich mehr erneuerbaren Strom produziert, als die Kundinnen und Kunden in Basel verbrauchen. Der überschüssige Strom wird verkauft.

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